Die Geschichte des Musikvereins in Stichpunkten

Der hier angeführte Text gibt in stichwortartigen Zügen die wichtigsten Ereignisse der langjährigen Vereinsgeschichte wieder. Zwei komplette Texte 1. "Carlo Schneider: Zur Geschichte des Musikvereins" - der anlässlich des 150 jährigen Jubiläums (im Jahre 1982) entstand sowie 2. "Dr. Gerhard Dette: Die letzten 25 Jahre" welcher als Fortsetztung des ersten Textes anlässlich des 175 jährigen Jubiläums entstand, sind in der Festschrift zum 175 Jubiläum abgedruckt, welche zum Download erhältlich ist.

 

1777 Gründung eines Hof-Dilettantenchores unter Förderung des Erbprinzen Ludwig (später Großherzog Ludwig I)
1810 Auflösung des Hof-Dilettantenchores
1818 Entstehen einer neuen Vereinigung privater Musikkreise, aus dessen Kern
1832 der Musikverein unter dem Namen "Musikverein für Dilettanten" gegründet wurde. Dieser wurde am 03. März von Großherzog Ludwig II genehmigt; das erste Konzert fand am 01. September statt. (Einem Aufruf zur Gründung und Mitgliedschaft waren damals 316 Bürgerinnen und Bürger gefolgt!)
1832  Hofchordirektor Max Ferdinand Neukäufler übernimmt als erster Dirigent die Leitung des Musikvereins
1833 Kammersänger und Chordirektor Gustav Hähnle übernimmt Ende des Jahres die Leitung.
Im zweiten Vereinsjahr fanden neun (!) Konzerte statt, darunter eine Aufführung des Requiems von Mozart.
1836 Der Konzertsaal wechselt vom Saal des Gasthofes "Traube" zum Saal der Vereinten Gesellschaft, mit der bis 1855 eine enge Verbindung besteht.. Die Kirchenkonzerte finden in der Stadtkirche statt.
1839 Carl Amand Mangold übernimmt für 50 (!) Jahre (bis 1889) die Leitung des Chores. Seine Persönlichkeit hat in dieser Zeit den Chor und das städtische Musikleben entscheidend geprägt. Aus dieser Zeit rührt auch die enge Verbindung mit dem Theater. Orchester war die Großherzogliche Hofmusik, der Mangold ab 1848 als Hofmusikdirektor vorstand.
1855 Musikverein und "Vereinte Gesellschaft" trennen sich. Umbenennung des Vereines in „Musikverein“ am 19. November. Der Verein schließt sich dem Verein für Kirchenmusik in Darmstadt an.
1870 Der Verein zählt 178 aktive SängerInnen. Es finden zwei Proben pro Woche und vier Konzerte im Jahr statt.
1873 Die Konzerte werden nun im neu errichteten Saalbau (Ecke Saalbau- u. Riedeselstr.) gegeben.
1882 50 jähriges Jubiläum mit Festkonzert
1889 Hofkapellmeister Willem de Haan übernimmt die Leitung (bis 1919)
1906/07 Vereinshaus in der Wilhelm-Glässing-Straße wird gebaut
1914-18 Einschränkungen während des 1. Weltkrieges: Verringerung der Konzerte, schmerzlicher Mitgliederverlust; Auftritte in Lazaretten und Erholungsheimen
1919 Michael Balling wird neuer Musikalischer Leiter mit dem (damals seltenen) Titel "Generalmusikdirektor"
1925 Joseph Rosenstock wird zum neuen GMD des Landestheaters ernannt und übernimmt die Leitung des Vereins.
1927 Der junge Dr. Karl Böhm dirigiert als Nachfolger Rosenstocks den Musikverein bis 1931.
1930 Uraufführung der "Großen Messe op. 27" von Wilhelm Petersen anlässlich der 600-Jahr-Feier der Stadt Darmstadt
1931 Dr. Hans Schmidt-Isserstadt übernimmt die Leitung (bis 1933). Leider musste er seine Tätigkeit beenden, da er mit einer Jüdin verheiratet war.
1933 GMD Karl Friderich wird künstlerischer Leiter bis 1937. Der, der NS-Führung genehmere Wilhelm Kleinschmitt übernimmt die Präsidentschaft des Vereins, die der Staatsrat Gustav Balser an ihn abgeben musste.
1938-44 Fritz Mechlenburg leitet als GMD den Musikverein in dieser schwierigen Zeit. Ihm ist es zu verdanken, dass der Verein aus den Schwierigkeiten des 2. Weltkrieges herausgehalten wurde. Trotz politischer Widerstände führt er Bachsche Passionsmusik in der Stadtkirche auf. Auch übernimmt er in kritischer Zeit die Präsidentschaft des Vereins.
1944 Beethovens 9. Sinfonie wird am 17. Juli aufgeführt, kurz vor der Zerstörung Darmstadts (11./12. September)
1947 Erstes Konzert nach dem Krieg am 12. Mai mit "Ein deutsches Requiem" von Brahms unter dem neuen Chefdirigenten des Theaters Carl Mathieu Lange in der Orangerie
1948 Richard Kotz wird neuer GMD (Militärregierung bis dahin gegen den Titelzusatz „General“) und übernimmt die Leitung. Die Proben finden im Saal des Stadtkrankenhauses statt.
1957 125 jähriges Jubiläum mit der Verleihung der höchsten Auszeichnung der Stadt Darmstadt, der silbernen Verdienstmedaille, an den Verein
1958 Nachfolger von Richard Kotz wird der GMD Hans Zanotelli (bis 1963)
1962 130 jähriges Jubiläum
1963 Hans Drewanz wird neuer GMD und leitet bis 1994 (31 Jahre!) den Verein. Er prägte den Verein entscheidend in der neueren Zeit (was heutzutage noch deutlich zu spüren ist). Unter ihm erlebte der Chor die zahlreichen glanzvollen Höhepunkte der letzten Jahrzehnte.
1972 Im Großen Haus des Staatstheaters erklingt als erstes Werk das "War-Requiem" von Benjamin Britten.
1980 Uraufführung der "Symphonischen Fragmente nach Texten von Friedrich Hölderlin" von Hans-Jürgen von Bose anlässlich der 650-Jahr-Feier der Stadt Darmstadt am 01./02. Juni
1982 150-jähriges Vereinsjubiläum mit der Schallplattenaufnahme der "Großen Messe op.27" von Wilhelm Petersen
1994 Marc Albrecht übernimmt als GMD nach Hans Drewanz die künstlerische Leitung des Chores. Seit dieser Zeit obliegt die Leitung der Proben Opernchordirektor André Weiss, die (bis auf wenige Ausnahmen) seit Bestehen des Vereins in den Händen des GMD lag.
1996 Der neue Konzertaufbau im Staatstheater - die "Konzertmuschel" - wird mit "La damnation de Faust" von Hector Berlioz eingeweiht.
2001 Stefan Blunier wird GMD und übernimmt 8 Jahre später das Beethovenorchester in Bonn.
2007 Der Musikverein feiert sein 175 Jähriges Jubiläum.

2009

2011

Constantin Trinks tritt an die Stelle von Stefan Blunier as neuer GMD.

Chordirektor André Weiss geht in Pension.

2012      Opernchordirektor Markus Baisch übernimmt die künstlerische Leitung des Musikvereins. Martin Lukas Meister wird neuer GMD am Staatstheater Darmstadt.
2014        André Weiss übernimmt ab April interimsmäßig für den Rest der Spielzeit 2013/14, da Markus Baisch vorzeitig neue Aufgaben in Mecklenburg-Vorpommern übernommen hat.
2014      Thomas Eitler übernimmt im Zuge des Intendantenwechsels als neuer Opernchordirektor die Proben des Musikvereins unter der künstlerischen Leitung des neuen GMD Will Humburg.